Marokko das Land von 1001 Nacht – Erster Eindruck in Marrakesch

Zurück in Berlin! Die Backpacks getauscht und ab zum Flughafen. Meine Reise führte mich weiter nach Marokko, in das Land von 1001 Nacht. Natürlich hat der Flieger Verspätung, wie es so oft bei Billigairlines ist. Aber das ist mir jetzt egal, schließlich habe ich keinen Zeitdruck.  

Ich bin sehr gespannt auf Marokko, denn ich habe mich kaum über das Land informiert. Doch fällt mir auf, dass ein leichtes Gefühl von Unbehaglichkeit vorhanden ist, denn das was die Menschen in meinem Umfeld über Marokko mit mir geteilt haben und die Schlagzeilen die vor Kurzem durch die Medien gingen, wirft kein gutes Licht auf das Land und deren Einwohner. Allerdings möchte ich meine eigenen Erfahrungen machen und mich nicht von Vorurteilen und Erkenntnissen anderer leiten lassen.

Nach 4h Flug bin ich endlich in Marrakesch mitten in der Nacht gelandet. Die erste Nacht habe ich mir zur Sicherheit ein Hostel in der Medina gebucht. Das bedeutet aber ich muss irgendwie vom Flughafen in die Innenstadt kommen.

Ich hatte mich bereits informiert und der Bus fuhr zu dieser Uhrzeit nicht mehr. Also schaute ich mich nach einem Taxi um. 150 Dirham also ca. 15€ für den Transfer von 5km, das ist bald mehr als in Deutschland. Den Preis konnte ich auch nach einer Stunde Verhandlung nicht drücken, trotzdem habe ich letztendlich das Taxi genommen. So begann also meine Reise, in der ich mir vorgenommen hatte mit so wenig Geld wie möglich auszukommen.

Ankunft in Kasbah um 0:30. Bei den ganzen verwinkelten Gassen und bei Nacht hatte ich komplett die Orientierung verloren. Wie sollte ich da ohne Internet mein Hostel finden? Zwei junge Männer kamen an und wollen mir den Weg zeigen. Ich war misstrauisch und verneinte das Angebot. Ich möchte versuchen den Weg zum Hostel trotz aller Umstände alleine zu finden, aber die beiden Männer begleiteten mich ungeachtet dessen.

Gott sei Dank, ich habe es vor die Tür des Hostels geschafft, doch die Männer wollten mich nicht hereinlassen, ohne dass ich sie für ihren Geleitschutz bezahle. 100 Dirham wollten sie haben. Eine Frechheit! Bevor die Situation ausartete, bezahlte ich für den sogenannten „Geleitschutz“. Diesmal konnte ich den Preis zum Glück herunterhandeln. Endlich konnte ich mein Bett beziehen. Nicht mal ein paar Stunden in Marokko und schon ein kleines „Abenteuer“, allerdings nicht im positiven Sinn und ziemlich kostspielig.

Endlich im  Bett, die Aufregung und der Ärger ließen mich nicht los. Dazu kam, dass meine 9 Bettnachbarn alle wie in einem Blasorchester geschnarcht haben. Trompeten, Hörner, Oboen, alles war dabei. Ich habe mir die Decke über den Kopf gezogen, versuchte zu schlafen und wartete bis die Horrornacht vorüber war.

Waren die Menschen doch wie in den Medien oder Social Medias beschrieben?

Auf diese Frage fand ich auf meiner weiteren Reise schließlich Antworten.

Der erste richtige Tag in Marrakesch brach an. Im Hostelpreis von umgerechnet 3€ pro Nacht, war sogar ein Frühstück enthalten. Unvorstellbar wie preiswert es hier war. Es erwartete mich Brot mit Honig und diverse Marmeladen. Dazu einen marokkanischen Minztee. Einfach, aber energiereich und wohlschmeckend. Ein typisches Frühstück für jeden Marokkaner.

Was wartete wohl heute in den Gassen von Marrakesch auf mich? Mit dieser Frage startete ich meine planlose Sightseeing-Tour quer durch die Medina ( die Altstadt von Marakesch). Die Moschee war gleich um die Ecke, also war das mein erstes Ziel.

 

Beinahe jeder in der Medina sprach mich an. Mit der Absicht mir den Weg zu zeigen. Eine nette Geste, doch verlangten die meisten dafür Geld. Diese Erfahrung enttäuschte mich etwas. Denn die Frage, ob die Menschen hier so sind wie es mir gesagt wurde, bestätigte sich immer mehr. Und die Menschen, die es ehrlich meinten, blieben dabei auf der Strecke. Da mich nirgendwo niemand ansprach, ging es mir allmählich ziemlich auf die Nerven. Ich passte mich also dem allgemeinen Touristenverhalten an und lief ab jetzt nur noch mit Scheuklappen durch die Straßen, um die Stadt weiterhin zu entdecken.

Auf dem Marktplatz blühte das Leben erst am Abend auf. Menschenmassen bewegten sich über den Platz, Schlangenbeschwörer hypnotisierten ihre Schlangen, die Verkäufer feilschten mit ihren Kunden, unzählige Stände boten traditionelles Essen an und „ich war mittendrin“ herrlich! Überall roch es nach leckerem Essen, der Hunger siegte und ich bestellte mir Couscous und Lamm.

Abends im Hostel machte ich eine neue Bekanntschaft. Damit sollte das erste richtige Abenteuer beginnen!